Agenda

Informationen sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Der offene und strukturierte Zugang zu freiverfügbaren Datenbeständen der öffentlichen Hand ist ein wichtiger Beitrag für die Weiterentwicklung der Wissensgesellschaft. Er stärkt das Vertrauen zwischen Politik und Zivilgesellschaft, zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Medien. Staatliches Handeln wird transparent, nachvollziehbar und überprüfbar. Gleichzeitig birgt die Öffnung Potentiale für effizienteres Handeln und Qualitätsgewinn in sich. Auf dieser Grundlage haben sich weltweit Initiativen formiert, um offene Daten entlang der Definitionen der Open Knowledge Foundation zu befördern, so auch in Berlin.

Um die Potentiale freiverfügbarer Datenbestände der Berliner öffentlichen Hand schöpfen zu können, sollten Datenaufbereitung und -bereitstellung in Berlin den Prinzipien der »Berliner Open Data Agenda« folgen. Dazu sind die bestehenden Möglichkeiten zur Bereitstellung von offenen Daten zu überprüfen und gegebenenfalls relevante organisatorische und rechtliche Rahmenbedingungen anzupassen bzw. zu schaffen:

  1. Bereitstellung von offenen Verwaltungsdaten (außer dem Datenschutz und der Sicherheit unterliegenden Daten) für jeden (Bürger, Unternehmen, Medien, Verwaltung, etc.) zur Information und zunehmenden Transparenz in der Stadt, die eine Kombination und Integration mit Daten aus anderen Quellen erlauben.
  2. Verständigung auf einheitliche und einfache, auf der Open Definition basierende Lizenz- und Nutzungsbestimmungen, die eine Weiterverarbeitung, Weiterverwendung und Weiterverbreitung der Daten des Landes Berlin durch jeden und für jegliche Zwecke, auch kommerzielle, befördern. Minimale Kosten sollten nur in Ausnahmefällen (beispielsweise für die technische Bereitstellung) erhoben werden.
  3. Stabile und langfristige Bereitstellung der Daten in offenen, maschinenlesbaren, wohl definierten und dokumentierten Formaten und Datenkatalogen über ein zentrales und benutzerfreundliches Open Data Portal Berlin.
  4. Sicherung einer optimalen Kompatibilität und Integrierbarkeit mit offenen Daten anderer Angebote durch Verwendung internationaler Standards, beispielsweise von W3C, ISO, CEN, etc.
  5. Qualitätssicherung der Daten und ggfs. der weiterverarbeiteten Daten und Bewertbarkeit der Datenqualität mittels nachvollziehbarer Quellen, Aktualität, Korrektheit, Präzision und Weiterverarbeitungsschritte.
  6. Benennung von Ansprechpartnern zu den verschiedenen Daten der Stadt und Bereitstellung von Diensten und Werkzeugen für eine praktikable, effiziente und barrierefreie Nutzung der Daten durch die breite Öffentlichkeit.

Die Berlin Open Data Agenda ist Ergebnis der Diskussionen der Aktionsplattform »Open Data Berlin«, dem Vertreter aus Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft angehören, in Vorbereitung auf den 1. Berlin Open Data Day am 18. Mai 2011.

Der Vorschlag für eine »Berliner Open Data Agenda« wurde von den folgenden Personen vorbereitet:

  • Prof. Dr.-Ing. Ina Schieferdecker, FU Berlin/Fraunhofer FOKUS
  • Dr. Wolfgang Both, Senatsverwaltung Wirtschaft, Technologie und Frauen Berlin
  • Daniel Dietrich, Open Knowledge Foundation Deutschland
  • Jens Klessmann, Fraunhofer FOKUS
  • Pavel Richter, Geschäftsführer Wikimedia Deutschland e.V.
  • Jens Best, Open Data Network e.V.
  • Thomas Langkabel, Vorstandsmitglied European Society for E-Government e.V.
  • Anke Domscheit-Berg, opengov.me
  • Karl-Heinz Löper, Senatsverwaltung für Inneres und Sport Berlin

Die Prinzipien der »Berliner Open Data Agenda« wurden den Teilnehmern des 1. Berlin Open Day zur Diskussion unterbreitet.

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