Handlungsempfehlungen (2012)

Daten und Informationen sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Der offene Zugang zu den Datenbeständen der öffentlichen Verwaltung und die umfassende Nutzung dieser Daten durch Bürgerinnen und Bürger sowie die Wirtschaft sind wichtige Beiträge für die weitere Entwicklung der Wissensgesellschaft.

Das Land Berlin setzt sich zum Ziel, diesen Prozess zu fördern und nachhaltig zu gestalten: Regierungsprogramm und Koalitionsvereinbarung der neuen Berliner Landesregierung unterstreichen die Bedeutung einer raschen und umfassenden Implementierung einer Open Data Strategie des Landes. Dementsprechend  wurde eine Zuordnung der politischen Steuerung dieser Aufgabe  zur Senatskanzlei vorgenommen. Dabei ist das politische Ziel der Öffnung und Nutzung von „Public Sector Information“ nicht neu. Vor annähernd 10 Jahren formulierte die EU klare Ansprüche an den zukünftigen Umgang mit Informationen im Hinblick auf die weitere Entwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft (PSI Directive, 2003):

“…  public sector bodies should make their information available for re-use in order to remove barriers such as discriminatory practices, monopoly markets and a lack of transparency.”

Mittlerweile sind die konzeptionellen,  organisatorischen, rechtlichen und technischen Voraussetzungen für eine Umsetzung gegeben, sowohl im Hinblick auf die Bereitstellung von Daten durch die Verwaltung als  auch im Hinblick auf die Nutzung der Daten durch Bürgerinnen und Bürger.  Zudem spricht alles dafür, nun gemeinsam mit der lokal ansässigen  Wirtschaft in einen Prozess der Implementierung und Realisierung  einzutreten.  Mit der vom Fraunhofer FOKUS Institut erstellten Open-Data-Studie liegt dazu ein umfassendes Konzept vor.

Die Open-Data-Strategie als PDF zum Download

Mit der Wahl im September 2011 ist der Prozess jedoch verlangsamt: es konnten noch nicht die verwaltungstechnischen Prozesse geklärt und etabliert  und nicht die Ressourcen bereitgestellt werden, um das Datenangebot zu systematisieren und auszubauen. Berlin muss die offenen Handlungsfelder bearbeiten, damit das Datenportal nicht ein Leuchtfeuer der Möglichkeiten von Open Data bleibt, das nur mögliche Effekte eines Datenportals aufzeigt.

Der Berlin Open Data Day (BODDy) 2012 soll daher als Forum genutzt werden, einen kritischen Blick auf den Stand des Datenangebots in Berlin zu werfen und die nächsten konkreten Schritte unter den Beteiligten abzustimmen. Die hier formulierte Vorlage dient einer Gliederung für die Diskussion, in der wesentliche Handlungsempfehlungen für die Sicherung und den Ausbau des Berliner Datenangebots formuliert werden:

  • HE1: Formulierung des politischen Auftrags und der politischen Steuerung für offene Daten in Berlin
  • HE2: Benennung von Verantwortlichen für offene Verwaltungsdaten in Berlin
  • HE3: Definition und Implementierung der Prozesse zur Bereitstellung offener Verwaltungsdaten über das Berliner Datenportal
  • HE4: Überführung des Berliner Datenportals, das seit seinem Launch im September 2011 als Pilot läuft, in den Regelbetrieb sowie dessen nachhaltige Finanzierung
  • HE5: Weiterer Ausbau eines qualitativ hochwertigen Datenangebots aus Berlin mit Datensätzen möglichst unter einer Lizenz, die eine Weiterverarbeitung auch zu kommerziellen Zwecken ermöglicht, wie etwa die „Creative Commons Lizenz mit Namensnennung“
  • HE6: Fortentwicklung von Schulungen für Datenbereitsteller zur effizienten Umsetzung der Prozesse zur Veröffentlichung von Verwaltungsdaten
  • HE7: Entwicklung und Durchführung / Förderung von unterstützenden Maßnahmen um die Nachnutzung der Daten zu fördern, wie Workshops, Veranstaltungen und Apps Wettbewerben
  • HE8: Überprüfung, inwieweit zum Vorteil von Bürgern und Wirtschaft im Lebens- und Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg das Angebot von offenen Verwaltungsdaten kooperativ und koordiniert gestaltet werden kann

Das weitere Vorgehen zu Berlin Open Data ist Ergebnis der Diskussionen der Aktionsplattform »Open Data Berlin«, dem Vertreter aus Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft angehören, in Vorbereitung auf den 2. Berlin Open Data Day am 6. Juni 2012.

Dieser Vorschlag wurde von den folgenden Personen vorbereitet:

  • Dr. Wolfgang Both, Senatsverwaltung Wirtschaft, Technologie und Forschung Berlin
  • Daniel Dietrich, Open Knowledge Foundation
  • Karl-Heinz Löper, Berlin
  • Pavel Richter, Vorstand Wikimedia Deutschland e.V.
  • Prof. Dr. Ulrike Rockmann, Präsidentin des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg
  • Prof. Dr.-Ing. Ina Schieferdecker, FU Berlin/Fraunhofer FOKUS

Die Handlungsempfehlungen zum weiteren Vorgehen bei Berlin Open Data werden den Teilnehmern des 2. Berlin Open Day zur Diskussion unterbreitet. Sie können sich mit Ihren Kommentaren gerne direkt an die oben genannten Personen wenden. Oder Sie nutzen das Kommentarfeld direkt auf dieser Seite!

Ein Trackback

  • Von Week 273 at Alper.nl am 11. Juni 2012 um 01:34 Uhr veröffentlicht

    […] same day Berlin celebrated its own open data day, which I unfortunately had to miss. I hear that a lot of people showed up which is good because a […]

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